Wassertherapie-Beauftragte

 

Die Bezirksvereine Heidelberg - Mannheim und Tübingen haben keine Wassertherapie-Beauftrage.

 

 

Bezirksverein Karlsruhe

Berater anzeigen

Bezirksverein Stuttgart

Berater anzeigen

Bezirksverein Südbaden

Berater anzeigen

 

Patientenberater

 

 

Bezirksverein Heidelberg - Mannheim

Berater anzeigen

Bezirksverein Karlsruhe

Berater anzeigen

Bezirksverein Stuttgart

Berater anzeigen

Bezirksverein Tübingen

Berater anzeigen

Bezirksverein Südbaden

Berater anzeigen

 

Therapien

 

 

Strahlen- und Chemotherapie

 

 

Strahlentherapie

 

Die Strahlentherapie kann allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie (sog. Radiochemotherapie) durchgeführt werden. Dabei wird versucht, die Vermehrung (Proliferation) bösartiger Tumorzellen durch ionisierende Strahlen zu hemmen. Der Wirkungsgrad (Strahlensensibilität) der Therapie hängt von der Zellzykluszeit (Vermehrungsgeschwindigkeit), dem Volumen des Tumors, der Anzahl sauerstoffarmer Zellen sowie der Qualität des umgebenden Gewebes ab.

 

 

Die Effizienz kann durch die zusätzliche Gabe von Zytostatika wie z.B. Cis- oder Carboplatin erhöht werden. Derzeit laufen klinische Studien, in denen neue Zytostatika u.a. aus der Klasse der Taxane (Docetaxel und Paclitaxel) überprüft werden.

Die gängige Vorgehensweise zur Behandlung von Tumoren mit lymphogener Metastasierung ist die operative Entfernung mit tumorfreien Normalgewebsgrenzen sowie die ein- oder beidseitige Lymphknotenausräumung des Halses mit anschließender Radiochemotherapie

 

 

Chemotherapie

 

Die Chemotherapie arbeitet mit Zellgiften (zytotoxische Substanzen), die das Wachstum bösartiger (maligner) Zellen durch unterschiedliche Mechanismen blockieren. Sie nutzt die unterschiedlich hohen Zellteilungsraten bei bösartigen (malignen) und gutartigen (benignen) Zellen aus. Dieser Unterschied ermöglicht eine Abtötung bösartiger (maligner) Zellen, wobei das Normalgewebe in geringerem Maße in Mitleidenschaft gezogen wird.

 

Während durch eine kombinierte Radiochemotherapie die Ansprechrate von Plattenepithelkarzinomen der oberen Luft- und Speisewege möglicherweise erhöht werden kann, existieren gegenwärtig nur wenige und noch nicht ausreichend überzeugende Hinweise zur Wirksamkeit der Chemotherapie als alleinige Behandlungsmaßnahme. Vor allem vor dem Hintergrund neuerer Substanzen (Taxane) gewinnt dieses Behandlungsverfahren gegenwärtig an Aktualität im interdisziplinären Behandlungskonzept. So wird sich in Zukunft unter anderem zeigen, inwieweit die Chemotherapie auch im Kopf-Hals-Bereich zum sogenannten Down-Staging, also zur Tumorverkleinerung vor einer geplanten Operation, wie man es für den Speiseröhrenkrebs kennt, nachhaltig geeignet ist.

 

 


 

 

Logopädie

 

 

Ersatzstimme: Auch ohne Kehlkopf sprechen

 

Ist die Entfernung des Kehlkopfs unvermeidlich, bedeutet das nicht das Ende der Fähigkeit zu Sprechen. Verschiedene Methoden ermöglichen die sprachliche Kommunikation auch ohne Kehlkopf. Dazu beginnt noch während des Aufenthalts im Krankenhaus das Erlernen der so genannten Pseudo-Flüsterstimme. Um die Operationswunde zu schonen, lernt der Angehörige von den Lippen zu lesen. 

 

Im nächsten Schritt, nach dem Abheilen der Wunde, beginnt das Erlernen einer Ersatzstimme. Patient, Ärzte und Logopäden finden gemeinsam heraus, welche Technik im Einzelfall geeignet ist. Empfehlenswert ist es jedoch sich nicht auf eine Methode zu verlassen, sondern alle drei Sprechweisen zu beherrschen. 

 

 

Operative Verfahren:

 

Zu den körpereigenen Ersatzstimmen zählt das Sprechen mit einem Ventil. Dazu verbindet eine Prothese dauerhaft die Luft- und Speiseröhre. Sie ist bei jedem Patienten nach der Kehlkopfentfernung vorhanden. Die Prothese aus körpereigenem Gewebe oder mit einem Plastikröhrchen enthält eine Membran, die die Funktion der Stimmlippen übernimmt. Um sprechen zu können, wird zunächst das sichtbare, außenliegende Tracheostoma mit einem Ventil versehen. Um Luft aus der Luftröhre in die Speiseröhre hineinzupressen, wird das Ventil mit dem Finger verschlossen. Die in den Mundraum gelangte Luft wird nun in Schwingungen versetzt und der Patient kann sich artikulieren. 

 

Der Vorteil: Auf diese Weise steht viel Luft für das Sprechen zur Verfügung. Und oft ist diese Ersatzsprache besser verständlich als die Speiseröhrenstimme oder das Sprechen mit der elektronischen Sprechhilfe. Allerdings muss der Patient, um sprechen zu können die Luftröhrenöffnung nach dem Einatmen mit dem Finger verschließen. Seit einiger Zeit gibt es Spezialkanülen, mit denen einige Patienten das fingerfreie Sprechen erlernen können.

 

 

Die Speiseröhrenstimme:

 

Eine weitere Möglichkeit für Kehlkopfoperierte, das Sprechen neu zu lernen, stellt die so genannte Speiseröhrenstimme (lat. Ösophagustimme) dar. Bei der Rülpsstimme - der Name ist an die Technik der Sprechweise angelehnt - lernen die Betroffenen Zunge und Unterkiefer so zu bewegen, dass Luft in den oberen Bereich der Speiseröhre gelangt. Diese können sie dann dosiert ausstoßen und mit Hilfe dieses Luftstroms Sprechlaute erzeugen. Der Eingang zur Speiseröhre übernimmt dabei die Funktion der Stimmbänder. 

 

 

Elektronische Sprechhilfen:

 

Die elektronische Sprechhilfe basiert auf einem Schwingungsgenerator. Der Generator erzeugt Vibrationen, die durch Anlegen an den Hals auf den Rachen und die Mundhöhle übertragen werden und so eine Lautbildung ermöglichen. Dabei fungiert die am Kopf des Geräts befindliche Membran als Ersatz für die Stimmlippen. Neuere Geräte verleihen einer solchen apparativen Ersatzstimme sogar verschiedene Tonlagen. 

 

Prinzipiell hat jeder Patient die Chance, das Sprechen nach einer Kehlkopfentfernung zu erlernen. Die Stimmfunktion ist jedoch niemals dieselbe wie vor der Operation.

 

 

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

 

 


 

 

Lymphdrainage

 

 

Lymphstauung bei Krebs des Kehlkopfes, des Rachens oder anderer Kopf- und Halsorgane 

 

Eine Lymphstauung des Gesichtes und des Halses kann auftreten, wenn die Lymphbahnen entfernt werden, die entlang der Halsgefäße verlaufen. Diese Lymphbahnen werden in der Regel dann entfernt, wenn der Verdacht besteht, dass ein Tumor in die ableitenden Lymphbahnen gestreut haben könnte. 

 

Oft wird nach der Operation eine Bestrahlung angeschlossen, durch die eine Lymphstauung verstärkt werden kann. Manchmal ist eine Operation nicht möglich; dann wird eine Bestrahlung mit einer Chemotherapie kombiniert. Auch hierdurch kann eine Lymphstauung entstehen. 

 

Eine Lymphstauung im Kopf-/Halsbereich führt oft zu einer vermehrten morgendlichen Schwellung, die durch eine erhöhte Schlafposition vermindert werden kann. Im Gegensatz zu einer Lymphstauung im Bereich von Arm und Bein können bei einem Stau im Gesichts- und Halsbereich Umgehungskreisläufe aktiviert werden, die nach und nach die Funktion der entfernten Lymphbahnen übernehmen können. Eine vorsichtige manuelle Lymphdrainage kann diesen Prozess fördern. Innerhalb der bestrahlten Gebiete sollte in den ersten Wochen nach Bestrahlung keine Lymphdrainage erfolgen.

 

 

Was ist eine Lymphstauung? 

 

Eine Lymphstauung ist eine Erkrankung des Lymphgefäßsystems. Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. In seltenen Fällen gibt es angeborene Störungen des Lymphabflusses. Häufiger sind jedoch Störungen des Lymphtransportes als Folge von operativen Eingriffen und nach Strahlentherapie. Besonders häufig tritt eine Lymphstauung bei der operativen Behandlung von Kehlkopf- und Rachenkrebs oder nach einer Brustkrebsoperation mit Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle auf.

 

 

Behandlung der Lymphstauung: 

 

Bei einer chronischen Lymphstauung wird mehr Lymphflüssigkeit produziert als durch die vorhandenen Lymphbahnen abfließen kann. Ziel einer komplexen Entstauungstherapie ist es, hier ein neues Gleichgewicht zu erreichen. Durch manuelle Lymphdrainage ist es möglich, die Lymphgefäße so zu aktivieren, dass vermehrt Lymphflüssigkeit abgeleitet werden kann und vorhandene Umgehungskreisläufe effektiver arbeiten. Die Behandlung erfolgt durch speziell ausgebildete Physiotherapeuten in physiotherapeutischen Praxen oder in Rehabilitationskliniken, die auf die Behandlung der Lymphstauung spezialisiert sind.

 

    -  Bei Bestehen einer Lymphstauung im Kopf Hals Bereich sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

    -  Vermeiden von Stich- und Schnittverletzungen, Bissen, Kratzern, da eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.

    -  Vermeiden von Abschnürungen, z. B. Armband, Schmuck.

    -  Vermeidung starker Hitze und Kälte (Sauna, klassische Massage, Fango).

    -  Leicht erhöhte Schlafposition zur Förderung des Lymphabflusses.

 

 

Manuelle Lymphdrainage

 

Die manuelle Lymphdrainage ist ein physikalisches Behandlungsverfahren, bei dem spezielle Handgriffe großflächig, kreisförmig und gleichzeitig in Richtung der zentripetalwärts (herzwärts) gerichteten Flüssigkeitsströmung der Lymphgefäße so ausgeführt werden, dass eine langsame und druckarme Gewebsverformung resultiert.

 

Durch häufige Wiederholung der Griffe während einer Behandlung wird die Muskelautomatie der Lymphgefäße (Lymphvasomotorik) so angeregt, dass diese sich noch bis zu Stunden danach verstärkt und häufigere Kontrationen auftreten. Durch monatelange Anwendung wird eine Steigerung der Lymphtransportkapazität erreicht und die Ausbildung von funktionsfähigen Lymphgefäßkollateralen der Haut gefördert. Die Lymphdrainage wird durch Lymphtherapeuten angewendet. Das sind speziell weitergebildete und geprüfte Krankengymnasten und Masseure.

 

Im Gegensatz zur Lymphdrainage werden bei der klassischen Massage kräftigere und hyperämisierende Gewebsverformungen durchgeführt, welche Ödem verschlimmernd wirken können. Sie ist also zur Behandlung des Lymphödems ungeeignet. Wesentlich ist die abschnittsweise Behandlung des Lymphgefäßsystems, wobei immer zuerst das Mündungsgebiet und dann der jeweils peripher davon gelegene Teil behandelt wird..

 

Bei Ödemen werden zusätzlich sogenannte Ödemgriffe angewendet, die eine verstärkte Flüssigkeitsaufnahme durch die Lymphkapillaren und die venösen Blutkapillaren bewirken. Der erforderliche Druck ist entsprechend der Ödemkonsistenz sehr unterschiedlich. Vor und nach Anwendung der Ödemgriffe werden jeweils die Lymphdrainagegriffe durchgeführt.

 

Vorgehen bei der physikalischen Behandlung wird durch den Schweregrad des Lymphödems sowie durch Art und Ausmaß zusätzlich vorhandener Gewebeveränderungen bestimmt. Generell wird die Behandlung in einer stationären und einer ambulanten Phase durchgeführt. In der stationären Phase wird die manuelle Lymphdrainage zweimal täglich über einen Zeitraum von ca. vier Wochen ausgeführt.Die ambulante Phase beinhaltet eine ein- bis dreimalige wöchentliche manuelle Lymphdrainagetherapie und dient der Konservierung und Optimierung des bis dahin erzielten Therapieerfolges.

 

  

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

 

 


 

 

Wassertherapie

 

 

Mit dem Wassertherapiegerät ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen

 

Kehlkopflose und am Kehlkopf operierte Menschen können sich, bedingt durch die Anlage eines Stomas, nicht mehr ohne Aufsicht frei im Wasser bewegen – nicht einmal mehr unbeaufsichtigt in einer Wanne baden, da bei einem Ausrutscher Wasser in das Stoma eindringen könnte. Deshalb kann bei ihnen ohne Hilfsmittel auch keine Wassertherapie (gezielte Bewegung im Wasser) durchgeführt werden. Eine Wassertherapie wäre jedoch in allen Fällen, in denen durch die Operation die Schulterbeweglichkeit sehr eingeschränkt ist, aus medizinischer Sicht sehr wünschenswert und für eine schnelle Wiedereingliederung ins Arbeitsleben von großer Wichtigkeit.

 

Eine weitere Einschränkung durch die Operation ist, dass die Betroffenen nicht mehr durch die Nase atmen können, was häufig zu Verstopfungen der Nasennebenhöhlen führt und mit der Zeit Schwerhörigkeit auslösen kann.

 

Hierüber haben sich Betroffene Gedanken gemacht, und in Zusammenarbeit mit Hilfsmittelfirmen Geräte entwickelt, die in beiden Fällen mit großem Erfolg Abhilfe schaffen, denn die sogenannten „Wassertherapiegeräte“ heben beide Einschränkungen zumindest für die Zeit ihrer Anwendung auf. Sie gestatten ihrem Träger so den gefahrlosen Aufenthalt im Wasser – wie bei einem gesunden Menschen – und damit:Die gefahrlose Durchführung der notwendigen Körperpflege und -hygiene in einer Badewanne.Die Durchführung von Heilbehandlungen im Wasser (Wassertherapie) sowie die Teilnahme an Wassergymnastik- und Aquapower-Kursen.Und zu guter Letzt das freie Schwimmen. Durch die Geräte wird aber nicht nur die körperliche Einschränkung aufgehoben, sondern auch das Gefühl „behindert zu sein“ vermindert. Dadurch wird das Selbstvertrauen der Betroffenen gestärkt.

 

 

Was bewirken die Wassertherapie und das Schwimmen im Körper?

 

 Der Mensch hat im Wasser (voll eingetaucht) nur noch ein Zehntel seines Körpergewichts zu tragen. Die restlichen neun Zehntel werden vom Wasser „übernommen“. Durch den Auftrieb des Wassers werden insbesondere die Wirbelsäule und die oftmals strapazierten Gelenke entlastet. Darüber hinaus erleichtert der Auftrieb dem einzelnen Muskel seine Arbeit. Gleichzeitig erhöht sich durch den Wasserwiderstand die zur Ausführung einer Bewegung erforderliche Muskelarbeit und damit der Trainingseffekt. Da auch die Einatmung gegen den Wasserwiderstand erfolgt, sind Wassertherapie und Schwimmen ein vorzügliches Training für die Atemmuskulatur. Beim Schwimmen wird zudem der Brustkorb ausgiebig gedehnt, sodass sich die Lungen in allen Teilen, besonders in den beim Laufen weniger beanspruchten oberen Abschnitten, voll entfalten können. Viele Ärzte halten das Schwimmen deshalb für die biologisch wertvollste Ausdauersportart überhaupt, mit vielen positiven Wirkungen auch auf die Psyche.

 

Nachfolgend die vier wichtigsten Vorteile der Wassertherapie und des Schwimmens im Überblick:Die Bewegung im Wasser tut der überlasteten Wirbelsäule gut, denn das Wasser trägt einen Großteil des Körpergewichts. Auch die strapazierten Gelenke werden entlastet.Die waagerechte Körperlage beim Schwimmen schafft günstige Rückflussbedingungen für das Blut in den Venen und wirkt so Krampfadern entgegen.Schwimmen vertieft die Atmung und regt den Kreisanlauf an. Wer zehn Minuten ohne Pause schwimmt, führt ein echtes Kreislauftraining durch. Reihenuntersuchungen einer Universitätsklinik ergaben beispielsweise, dass bereits einige Minuten gemächliches Schwimmen in gut gewärmten Wasser (28 bis 30 °C) eine gute Sporttherapie für Infarktgefährdete und -kranke sind.Ältere Menschen können durch regelmäßige Wassergymnastik und/oder regelmäßiges Schwimmen dazu beitragen, dass ihre Leistungsfähigkeit – vom normalen Alterungsprozess einmal abgesehen – nicht vorzeitig abnimmt

 

Mit Hilfe eines Wassertherapiegerätes können auch Kehlkopflose an der Wassergymnastik und -therapie teilnehmen

 

 

Wo kann ich als Kehlkopfloser schwimmen bzw. an einer Wassertherapie teilnehmen?

 

 „Mit dem Wassertherapiegerät können auch Kehlkopflose im Grunde in jedem städtischen Frei- oder Hallenbad schwimmen gehen“, sagt Klaus Steinborn, dem vor 33 Jahren der Kehlkopf entfernt wurde und der seit 1996 im Auftrag des Bundesverbandes weit über 50 Betroffene in Seminaren zu Wassertherapiebeauftragten ausgebildet hat, die nun ihrerseits ihr Wissen an andere Betroffene weitergeben. „Doch den meisten Halsatmern ist es dort zu hektisch. Außerdem scheuen viele davor zurück, sich mit dem Wassertherapiegerät in der Öffentlichkeit zu zeigen.“ Das gilt weniger für die überall von den Bädergesellschaften angebotenen und meist in kleinen Gruppen durchgeführten Wassergymnastik-Kurse, als fürs freie Schwimmen. Die beste Lösung ist in diesen Fällen vermutlich die Mitgliedschaft in einem Behindertensportverein, der Schwimmen im Angebot hat. Eine Lösung, die auch Klaus Steinborn für sich selbst gewählt hat. Wo vor Ort derartige Vereine zu finden sind, wissen die örtlichen Wassertherapie-Beauftragten. Aber auch Klaus Steinborn ist Interessierten gerne mit entsprechenden Adressen behilflich.

  

 

Wie funktioniert ein Wassertherapiegerät und wie bekomme ich es?

 

Zurzeit sind von drei verschiedenen Hilfsmittelfirmen Geräte ähnlicher Bauart auf dem Markt (siehe Fotos). Diese Geräte wurden vom TÜV Rheinland getestet, zertifiziert und für den Gebrauch freigegeben und sind jeweils mit einer aufblockbaren Kanüle und einem Mundschlauch ausgestattet. Dieser bewirkt, dass der Luftstrom vom Stoma in den Mund geleitet wird, sodass die Anwender letztlich wieder durch die Nase atmen und deshalb in der Zeit, in der sie das Gerät tragen, auch wieder riechen können.

 

Zwei dieser Geräte können alternativ mit einem Schnorchel ausgestattet werden. „Dieser ist jedoch nach meiner Erfahrung nur für die Wassertherapie und die Badewanne wirklich zu empfehlen, zum Schwimmen ist er weniger geeignet“, so Klaus Steinborn.

 

 

Was muss ich tun, um ein Wassertherapiegerät zu bekommen?

 

Damit die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden muss das Wassertherapiegerät durch einen Arzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) verordnet werden. Dieser untersucht zunächst, ob der Betroffene gesundheitlich überhaupt für eine Anwendung des Gerätes geeignet ist, legt bei einem positiven Entscheid die Kanülengröße fest und stellt zu guter Letzt ein Rezept für das Wassertherapiegerät aus. Dieses muss bei der Krankenkasse eingereicht und von dieser genehmigt werden. In letzter Zeit weigern sich einzelne Krankenkassen, die Kosten für dieses Hilfsmittel zu übernehmen. „Am besten reicht man deshalb neben dem Rezept auch eine Verordnung über eine wassertherapeutische Behandlung mit ein“, sagt Klaus Steinborn. Sollte die Krankenkasse die Kostenübernahme trotzdem verweigern, rät er, unbedingt Widerspruch einzulegen. Sobald das Okay der Krankenkasse vorliegt, liefert die Hilfsmittelfirma das Gerät an den jeweils zuständigen Wassertherapiebeauftragten aus – nicht an den Betroffenen. Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die Kasse ist nämlich, dass der Benutzer vor dem ersten Gebrauch von einem speziell dafür ausgebildeten Wassertherapiebeauftragten in die richtige Anwendung des Gerätes eingewiesen worden ist. Eine entsprechende Bescheinigung, die von den Wassertherapiebeauftragten des Bundesverbandes ausgestellt wird, ist der Krankenkasse vorzulegen. Erst dann fließt Geld.

 

 

Wann und wo kann ich an einer Wassertherapie teilnehmen und den Umgang mit dem Wassertherapiegerät erlernen?

 

Voraussetzung für die Teilnahme an einer Wassertherapie ist ein völlig abgeheiltes, dichtes Stoma. Deshalb wird die Wassertherapie in der Regel im Rahmen der Reha-Nachbehandlung durchgeführt. Dort erfolgt dann auch die entsprechende Einweisung. Darüber hinaus besteht natürlich die Möglichkeit, den Umgang mit dem Gerät auf einem Wassertherapieseminar des Bundesverbandes zu erlernen.

 

 

Wie läuft eine Wassertherapieschulung ab?

 

Nach einer theoretischen Einweisung werden die Anwender zunächst durch mehrmaliges Anpassen mit der Handhabung des Gerätes vertraut gemacht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Prüfung der Dichtheit noch auf dem Trockenen gelegt. Erst wenn die Anpassung erfolgt und die Atmung in Ordnung ist, dürfen die Benutzer ins Wasser.

 

Das Einsetzen des Gerätes ist am Anfang oft mit einem Hustenreiz verbunden, der aber durch das Auftragen einer Anästhesiesalbe gemildert werden kann. Beim Einsatz eines Gerätes mit Schnorchel wird streng darauf geachtet, dass der Schnorchel vor dem Einsetzen der Kanüle am Kopf befestigt wird, um Atembeschwerden vorzubeugen, die durch das Herunterhängen des Schnorchels entstehen können, da in dieser hängenden Position die Rückschlagsicherung im Schnorchelkopf aktiv wird.

 

 

Zum Schluss noch zwei Hinweise und eine Bitte!

 

Auch nach erfolgter Schulung sollte anfangs der Gang ins Wasser immer unter Aufsicht eines ausgebildeten Übungsleiters erfolgen. Nach der Wassertherapie oder dem Schwimmen sollte das Wassertherapiegerät durch intensives Ausspülen mit klarem Wasser gründlich gereinigt werden. Wer ein Wassertherapiegerät verordnet bekommen hat, sollte dieses auch regelmäßig nutzen – auch wenn anfangs vielleicht Beschwerden auftreten. Denn auch bei der Anwendung des Gerätes bedarf es, um ans Ziel zu gelangen, einer gewissen Portion Ausdauer und Geduld.

 

 

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.



Zurück zur Übersicht

Kliniken

 

 

Die Wahl der Klinik

 

Als Patient haben Sie das Recht die Klinik selber auszusuchen in der Sie eine Operation, Therapie oder Rehabilitation durchführen lassen. Entscheidend für den Erfolg einer Therapie ist, dass Sie sich in der Klinik wohl fühlen. Wir haben für Sie eine Liste von Kliniken zusammengestellt, damit Sie sich im Vorfeld informieren können.

 

 

Kliniken und Krankenhäuser in Baden-Württemberg

 

Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Freiburg

 

Hals-Nasen-Ohrenklinik Universitätsklinikum Heidelberg

 

Universitäts-HNO-Klinik Tübingen

 

Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Ulm

 

Bundeswehrkrankenhaus, HNO-Klinik, Ulm

 

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Würzburg

 

Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital

 

HNO Klinik, Stuttgart, Marienhospital

 

Universitäts HNO-Klinik Mannheim

 

 

Rehakliniken in Deutschland

 

Aulendorf, Baden-Württemberg, Parksanatorium

 

Bad Reichenhall, Bayern, Klinik Alpenland

 

Bad Münder, Deister-Süntel-Klinik

 

Bad Lippespring, Cecilien Klinik

 

Bad Soden Allendorf, Sonnenberg-Klinik

 

Tecklenburg, Nordrhein-Westfalen, Klinik Teklenburger Land

 

Bad Ems, Rheinland-Pfalz, Malbergklinik

 

Wyk / Föhr, Schleswig-Holstein, Nordsee-Reha-Klinik Sonneneck

 

Schloss Schönhagen, Schleswig-Holstein

 

Bad Rappenau, Stimmheilzentrum



Zurück zur Übersicht

Folgen der Krankheit

 

 

Leben ohne Kehlkopf

 

 

Leben mit der Krankheit

 

Auch nach einer erfolgreich verlaufenen Kehlkopfoperation bleibt der Patient in einer schwierigen Situation. Gerade der Verlust der gewohnten Stimme wiegt bei dieser Erkrankung besonders schwer. Viele Menschen leiden in der ersten Zeit unter Depressionen oder sind gereizt. Das Empfinden, nicht mehr man selbst zu sein, führt oft dazu, dass sich viele Menschen in sich selbst kehren und abkapseln. Spätestens jetzt ist es wichtig, sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass das Leben nun einen anderen als den früher gewohnten Gang nehmen wird. Eine Umstellung der Ernährung ist sinnvoll, außerdem ist es empfehlenswert, konsequent auf Alkohol zu verzichten, das Rauchen aufzugeben und auch keine anderen Drogen einzunehmen. Trotz der Kehlkopfoperation ist es möglich weiter Sport zu betreiben (siehe Wassertherapie). Auch dies fördert das Wohlbefinden und den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit. 

 

Leben ohne Kehlkopf

 

Wurde der Kehlkopf entfernt, bleibt auf Dauer eine Öffnung zurück. Sie dient der Atmung und dem Sprechen. Da jetzt das Atmen durch die Nase nicht mehr möglich ist, trocknet die Schleimhaut aus. Es bilden sich Brocken, die die Lunge verlegen können. Um das zu verhindern, gibt es kleine Absauggeräte und Inhalatoren. Allerdings ist es wichtig, die Geräte zum Absaugen nicht zu oft zu benutzten, da sie die Schleimhäute reizen. Eine konstante Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent in Innenräumen erleichtert das Atmen. Mit einiger Übung ist auch das Abhusten des Schleims möglich.

 

Damit sich von vornherein nicht zu viel Schleim bildet, kann die Atemluft durch "künstliche Nasen" (HME-Filtercassetten), oder sogenannte Tracheostoma-Schutzartikel, vor dem Eindringen von Schmutz, Staub und anderen Fremdkörpern geschützt werden. Bei der Körperpflege ist es wichtig, darauf zu achten, dass beim Duschen oder Baden kein Wasser in die Öffnung am Hals eindringt. Um das zu verhindern, kann ein spezieller Duschschutz zur Abdeckung verwendet werden. Vorsichtshalber sollte auch die Badewanne mit einer rutschsicheren Matte ausgestattet sein. Männer sollten sich besser nass rasieren, da bei der Trockenrasur Bartstoppeln in die Öffnung am Hals eindringen können. Sinnvoll ist es auch, mit der Rasur am Hals und Kinn zu beginnen.

 

Das Tracheostoma selbst lässt sich am besten mit einem weichen Waschlappen und lauwarmem Wasser reinigen. Seife kann die Schleimhaut angreifen, verursacht oft Husten und sollte daher besser nicht verwendet werden. Trachealkanülen, die in das Tracheostoma eingesetzt werden, halten die Öffnung offen und dienen dazu, Sekret abzuleiten. Sie werden aus Neusilber oder Plastik hergestellt. Neusilberkanülen sind dünner und besser zu reinigen, Plastikkanülen reizen dafür die Schleimhäute weniger. Die Kanülen müssen oft mehrmals täglich gereinigt werden. Bestehen sie aus Silber, muss man sie zur Reinigung auskochen, Plastikkanülen werden mit Hilfe von Desinfektionsmitteln gereinigt. Dafür sind geeignete Kanülen-Reinigungssets erhältlich.

 

Trachealkompressen werden unter den Kanülen verwendet, um das Sekret aus der Luftröhre aufzunehmen. Sie werden unter die Kanülen gelegt. Trotz aller Beschwerlichkeiten, die ein Leben ohne Kehlkopf mit sich bringt, ermöglichen diese Hilfsmittel ein weitgehend unabhängiges Leben.

 

Isolation vermeiden

 

Nach einer Kehlkopfoperation ist es bisweilen nicht mehr möglich, weiter im früheren Beruf tätig zu bleiben. Vor allem körperlich belastende Tätigkeiten sind für die meisten Patienten nicht mehr zumutbar. Andere Berufe können jedoch nach kleinen Anpassungen, wie etwa nach der Installation eines Luftbefeuchters, durchaus wieder aufgenommen werden. Dennoch ist es wichtig, dass der Patient seinen früheren Alltag so weit wie möglich aufrechterhält, um Selbstwertgefühl und soziale Kontakte zu behalten.

  

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

 

 


 

 

Die neue Stimme

 

 

Ruktusstimme (Speiseröhrenersatzstimme) 

 

Die Ruktusstimme (auch Ösophagus-Ersatzstimme) ist eine schon lange bekannte Technik. Dabei wird die Luft in die Speisröhre verschluckt und dosiert wieder herausgelassen. Im Laufe der Zeit bilden sich am Speiseröhrenmund, als Stimmbandersatz, Schleimhautwülste. Durch das kontrollierte Herauslassen der Luft werden diese Schleimhautwülste in Schwingungen versetzt. Dadurch entstehen wahrnehmbare Töne, die zu Sprachlauten geformt werden können. Dabei werden - wie vorher bei der natürlichen Stimme - der Mund, die Lippen und die Zunge bewegt. Das Erlernen dieser Ersatzstimme erfordert viel Disziplin, Geduld und bedarf besonders geschulter und erfahrener Therapeuten/Logopäden

 

 

Elektrolarynx 

 

Die elektronische Sprechhilfe besitzt eine vibrierende Membrane, die auf den Hals aufgesetzt wird. Das Gerät bringt Schwingungen von außen in den Rachen. Die entstehenden Töne können im Mund moduliert werden. Dabei werden - wie vorher bei der natürlichen Stimme - der Mund, die Lippen und die Zunge bewegt. Das Erlernen bedarf einer Übung, denn eine saubere Artikulation ist unabdingbar für eine verständliche Sprache.

 

 

 

Stimmprothese (Shunt-Ventil) 

 

Nach einer Kehlkopfoperation kann mit Hilfe einer Stimmprothese die Stimme wieder hergestellt werden. Wenn der Prothesenträger sein Tracheostoma verschließt, ( z.B. mit dem Finger ), gelangt die Ausatemluft über die Luftröhre und das Ventil in die Speiseröhre. Sie strömt dann weiter durch den Speiseröhreneingang in den Mund. Die Schleimhautfalten in der Speiseröhre werden in Schwingungen gebracht und ermöglichen dadurch die Stimmbildung. Mit Hilfe eines Logopäden ist das Sprechen in kürzester Zeit erlernbar. Die Stimmprothese ermöglicht ein Sprechen mit dem gesamten Lungenvolumen. Es können auch längere Sätze formuliert werden.

 

 

  

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

 

 


 

 

Nachsorge

 

 

Nachsorge und Rehabilitation bei Tumoren der oberen Luft- und Speisewege und bei Kehlkopfkrebs

 

Nach der Entfernung eines bösartigen Tumors der oberen Luft- und Speisewege sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen erforderlich. In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNOKC) sind zwei unterschiedliche Nachsorgeschemata ausgearbeitet:

 

Bei Tumoren mit geringem Risiko für einen erneuten Ausbruch (Rezidiv) bzw. für ein Zweitkarzinom findet im ersten Jahr alle 3 Monate eine Nachuntersuchung statt. Im zweiten Jahr erfolgt alle 4 bis 6 Monate eine Nachuntersuchung; im dritten bis fünften Jahr in halbjährlichen und ab dem fünften Jahr in jährlichen Abständen. Bei Tumoren in einem fortgeschrittenen Tumorstadium bzw. bei einer unvollständigen Resektion werden Kontrolluntersuchungen im ersten Jahr in 6wöchigen, im zweiten Jahr in 3monatigen, im 3.-5. Jahr in halbjährlichen Abständen und ab dem 5. Jahr in jährlichen Abständen empfohlen.

 

Die Ziele der Tumornachsorge sind vielfältig. Sie umfassen eine frühzeitige Entdeckung von Tumorrezidiven, Metastasen und Zweitkarzinomen, weiterhin die Überwachung einer adäquaten Schmerztherapie sowie die somatische, psychische und soziale Rehabilitation und Reintegration. Hierbei stellt die Rehabilitation von Kehlkopflosen eine besondere Herausforderung dar.

 

Durch die Entfernung des Kehlkopfes kommt es zu einer Trennung der oberen Luft- und Speisewege. Die Luftröhre, die an der Vorderseite des Halses als so genanntes Tracheostoma vernäht wird, hat nunmehr keinen Kontakt mehr zu Mund und Nase, so dass die Atemluft direkt durch das Tracheostoma die Luftröhre und die Lungen erreicht. Zum einen kann es hierdurch zu ausgeprägten Borkenbildungen sowie zu wiederkehrenden Infektionen im Bereich der Luftröhre kommen, zum anderen resultiert hieraus der Verlust der Stimm- und Sprachbildung mittels der Stimmlippen. Eine Stimmrehabilitation ist grundsätzlich durch eine körpereigene Ersatzstimmbildung (Ösophagusersatzstimme), mittels Implantation einer Stimmprothese, durch chirurgische Rekonstruktionstechniken oder durch den Gebrauch elektronisch apparativer Hilfsmittel möglich.

 

Die verbreitetste Methode zur Wiederherstellung der Stimmbildung sind Ösophagusersatzstimme und Stimmprothese. Bei der erstgenannten Methode wird durch willkürlich steuerbare Luftbewegungen in der Speiseröhre und einen sich durch zunehmende Übung ausbildenden Wulst im Bereich des Speiseröhreneinganges, der die Funktion der ehemaligen Stimmlippen übernimmt, eine gut verständliche körpereigene Stimmbildung erreicht. Die operative Implantation einer Stimmprothese zwischen oberem Luftröhrenabschnitt und Speiseröhre bewirkt, dass nach Abdichtung der Tracheostomaöffnung mit dem Finger und Pressen der Luft aus der Luftröhre in den Mund- und Rachenraum eine Stimmbildung möglich wird.

 

Leider gibt es bis heute keinen im Blut nachweisbaren, zuverlässigen Indikator für das Vorliegen einer Krebserkrankung im Kopf-Hals-Bereich. 

 

 

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.

 

 


 

 

Rehabilitation

 

 

Behinderte sind ein Teil des Ganzen

 

Wer körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, oder wem eine solche Behinderung droht, hat ein Recht auf Hilfe. So bestimmt es das Sozialgesetzbuch. Es wird Hilfe gewährt, die notwendig ist, um die Behinderung abzuwenden, zu beseitigen, zu verbessern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern. Dazu gehören auch die Hilfen, die Behinderten mit ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend Platz in der Gemeinschaft, insbesondere im Arbeitsleben sichern. REHABILITATION heißt das Fachwort dafür. Ein Wort, mit dem manche Menschen nichts anzufangen wissen. Gleichwohl steht es für etwas, das für den Einzelnen von großer Bedeutung ist: die Aussicht, wieder oder erstmals ein menschenwürdiges Leben zu führen.

 

Was für Behinderte getan wird, kann kein Almosen sein, keine milde Gabe und soll auch nicht zur Beruhigung des schlechten Gewissens dienen. Es ist die Hilfe der Gemeinschaft für diejenigen, die sich nicht selbst helfen können. EINE HILFE ZUR SELBSTHILFE. Diese Hilfe muss so gut und so umfassend wie möglich sein. Sie soll dem individuellen Hilfebedarf des einzelnen Behinderten Rechnung tragen. Mit diesen Zeilen wollen wir die Behinderten auf ihre Rechte aufmerksam und ihnen Mut machen, sie in Anspruch zu nehmen. Denn gesetzlichen Vorschriften verändern nicht von alleine die Wirklichkeit. Rechte bleiben nur Papier, wenn sie nicht genutzt werden.

 

 

Behinderung was ist das? 

 

Von Behinderung spricht man, wenn ein gesundheitlicher Schaden zu funktionellen Einschränkung führt und diese Einschränkungen soziale Beeinträchtigungen zur Folge haben. Mit anderen Worten: Jeder gesundheitliche Schaden, jede körperliche, geistige oder seelische Veränderung, die nicht nur vorübergehend zu solchen Einschränkungen und durch sie zu sozialen Beeinträchtigung führt, gelten als Behinderung. Dabei ist es unerheblich, ob die Behinderung auf Krankheit oder Unfall beruht oder ob sie angeboren ist. Es kommt allein auf die Tatsache der Behinderung an. Ein Arzt muss individuell und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles beurteilen, ob eine Behinderung vorliegt.

 

 

Was versteht man unter Rehabilitation? 

 

Den Behinderten soll durch die Rehabilitation die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eröffnet werden. Sie sollen ihr Leben nach ihren eigenen Neigungen und Fähigkeiten gestalten. Eine umfassende Rückführung ist dann erreicht, wenn der Behinderte wieder voll in das Leben der Gemeinschaft eingegliedert ist. Diesen Zustand auf Dauer zu erhalten, gehört selbstverständlich auch zur Rehabilitation. Sie ist umso erfolgreicher, je früher sie eingeleitet und durchgeführt wird. Sie setzt nicht erst ein, wenn eine Behinderung schon vorliegt. Bei Krankheiten und Unfällen beginnt sie mit der Akutbehandlung, wenn möglich sogar schon, wenn eine Behinderung droht. Rehabilitation sollte als einheitlicher Prozess gesehen und durchgeführt werden. Die einzelnen Maßnahmen der Wiederherstellung sind keine streng zu trennenden, aufeinander folgender Vorgänge. Rehabilitation führt nur dann zum Erfolg, wenn die einzelnen Phasen und Bereiche nahtlos ineinander greifen und sich gegenseitig ergänzen.

 

 

Welche Hilfen gibt es und wer ist zuständig?

 

Die Krankenversicherung erbringt für ihre Versicherten medizinische Leistungen zur Rehabilitation. Träger der gesetzlichen Krankenversicherung sind Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen, Seekasse, Angestellten- und Arbeiterersatzkassen, Bundesknappschaft, sowie landwirtschaftliche Krankenkassen. Die Rentenversicherung ist für die medizinische und für die berufliche Rückführung ihrer Versicherten zuständig. Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, Landesversicherungsanstalten, Bundesknappschaft, landwirtschaftliche Alterskassen, Bundesbahnversicherungsanstalt, sowie die Seekasse sind Träger der Rentenversicherung. Die Unfallversicherung ist bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten für medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation verantwortlich. Unfallversicherungsträger sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften, sowie die so genannten Eigenunfallversicherungsträger des Bundes, der Länder und der Gemeinden.

 

Die Träger der sozialen Entschädigung bei Gesundheitsschäden übernehmen für ihre Leistungsberechtigten medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation. Träger der sozialen Entschädigung sind Landesversorgungs-, Versorgungsämter, sowie Haupt- und Fürsorgestellen. Die Bundesanstalt für Arbeit mit ihren Landesarbeits- und Arbeitsämtern übernehmen Leistungen der beruflichen Wiederherstellung, soweit hierfür kein anderer Träger verantwortlich ist.

 

Die Sozialhilfe, für die hauptsächlich die Sozialämter der Städte und Gemeinden zuständig sind, tritt bei allen Bereichen der Rehabilitation ein. Allerdings nur dann, wenn keiner der Träger zuständig ist. So kompliziert wie es sich anhört, ist es in der Realität nicht, da alle Träger zur engen Zusammenarbeit verpflichtet sind. Dem Behinderten sollen nämlich aus den oft schwer überschaubaren Zuständigkeitsbereich keine Nachteile erwachsen. In der Praxis bedeutet das zunächst einmal, dass bei allen Trägern Auskunft- und Beratungsstellen eingerichtet wurden. Sie müssen, soweit es ihnen möglich ist, jeden Nachfragenden beraten und ihm Auskünfte geben. Die Auskunft- und Beratungsstellen gibt es auch bei den Versicherungs- und Gesundheitsämtern, sowie bei den Behindertenverbänden und den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege.

 

  

Quelle: Bundesverband der Kehlkopfoperierten e.V.



Zurück zur Übersicht